Ein neuer Eingang [Eröffnung des Exodus]

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Ein neuer Eingang [Eröffnung des Exodus]

Postby Illyra » Wed Jul 21, 2010 1:58 pm

Es hatte sehr lange gedauert, aber nun war es endlich soweit. Er konnte die Arbeit beginnen, er, Xaosch Steinstirn, wäre persönlich der oberste Stollentreiber bei diesem Projekt. Der König hatte zwar bedenken, aber selbige konnte er ohne Probleme zerstreuen. Bei der Priesterschaft halfen aber alle guten Argumente nichts. Sie waren der festen Überzeugung, dass es Basiras Wille gewesen war, der den Tunnel von Ilshenar nach Mâr Drukar zerstört hatte. Ja, sie waren sogar der Meinung, dass eine solches Vorhaben natürlich zum Scheitern verurteilt wäre, hätte es doch schon vor 1000 Jahren einen ähnlichen Fall gegeben: Nachdem ein Beben den einzigen Tunnel in die tiefsten Mienen von Minoc zum Einsturz gebracht hatte, fand sich schnell ein findiger Baumeister, der einen neuen Verbindungsstollen schlagen wollte. Ghaern Silberhaar beging damals jedoch eine große Dummheit, die nicht nur sein eigenes, sondern das Leben vieler Khazad kostete. Er stieß mit einem Querstollen in eine Kaverne, die von schrecklichen Wesen bewohnt wurde. Nur mit großer Anstrengung konnte der damalige König nach dem Tod der Stollenbauer und vieler Krieger den Eingang zu diesem Gang schließen und so die Stadt Minoc vor schlimmerem Übel bewahren. Das Argument, dass es sich bei der betreffenden Stadt aber nicht um Minoc handle, brachte Xaosch Steinstirn nur verständnisloses Stirnrunzeln ein.

Sein Vorschlag lautete wie folgt:
Da Mâr Drukar keinen funktionstüchtigen Stollen mehr nach Ilshenar hatte, wollte er mit einigen Khazad nach Ilshenar reisen und von dort einen neuen Gang in die Binge treiben. Natürlich würde er den Gang nicht an die gleiche Stelle setzen können, da das Gestein zu locker wäre. Er hatte aber eine Stelle gefunden, südlich der ehemaligen Gargoylestadt Ambrosia, und nach seinen Berechnungen wäre es nicht mal 5 Jahre Arbeit, also kein Aufwand für einen guten Stollentreiber. Der Querstollen würde erst in einem leichten drei Grad Winkel in den Berg führen, bevor er dann...

Ja, so hatte er es sich gedacht und nachdem er auch noch einige Händler und Gesteinskundige für seine Idee begeistern konnte, hatte der König ein Einsehen und genehmigte das Vorhaben, entgegen der warnenden Worte des Hohepriesters Alwis horm Zharkinul.

Nun jedoch musste er feststellen, dass der alte Khûzd recht gehabt hatte. Zuerst hatte er sich gefreut, als er auf eine harte Schicht eines unbekannten Gesteins getroffen war, aber die Freude war nur von kurzer Dauer. Kaum waren sie durch die Öffnung gestiegen, standen sie auch schon in einem gut verarbeiteten Gang. Es dauerte nicht lange, da stießen sie mit einigen seltsamen Wesen zusammen, deren Haut aus einem besonderen Metall zu bestehen schien. Die Zwerge flohen ein Stück in den Gang hinein, nur um festzustellen, dass die Wesen von allen Seiten kamen, aber Xaosch Steinstirn würde diesen Kreaturen die Stirn bieten und befahl, dass man hier ein Lager aufschlagen sollte...
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Re: Ein neuer Eingang [Eröffnung des Exodus]

Postby Alanna » Sat Aug 07, 2010 5:22 pm

Britain
In den Tavernen, in denen Krieger und Abenteurer zu verkehren pflegten, füllten Gerüchte die verqualmte Luft:
Eine Gruppe Zwerge soll bei dem Versuch einen Stollen auf Ilshenar zu treiben auf ein gar absonderliches System alter und mysteriöser Tunnel gestoßen sein, in denen abscheuliche Monster, wie man sie bis dahin noch nie gesehen habe, ihr Unwesen trieben. Wie die Tunnel aussehen sollten, grau und verstaubt oder von sternenklar gleißendem Marmor, und ob die Monster eher wie schleimige Fischechsen oder feuerspeiende Erzdämonen gestaltet seien - darüber herrschte freilich keine Einigkeit. Allerdings waren sich die meisten Disputanten einig, dass der Ort dieser Grabung nahe dem verlassenen Stützpunkt der Menschen auf Ilshenar gelegen sei.
Alanna de Riena, die nach einigen Jahren in fernen Landen nach Cimmeria zurückgekehrt war, hörte den Gesprächen neugierig zu. Neue Höhlen, die noch keiner erkundet hatte - das klang ohne Frage interessant und nach der Art Herausforderung, deren Suche sie nach Cimmeria zurückgetrieben hatte. Zwar behauptete der einäugige Veteran an der Theke beharrlich, dass die Kreaturen dort mit nur einem Blick töten könnten, und ein junger Matrose beharrte darauf, dass ein ganzer Exkursionstrupp in den Tunneln verschollen sei, aber Alanna schenkte diesen Geschichten nicht allzuviel Glauben.
Gewiss mochte der Ort Gefahren bergen, aber diese Schauermärchen waren doch nur Phantasiegespinste.

Also trank sie einen letzten Schluck zur Stärkung, überprüfte ihr Rüstzeug und machte sich mit dem nützlichen System der Runensteine auf nach Ilshenar. Dort angekommen schlug sie den ihr vertrauten Weg zum Menschenlager ein und machte sich in der angrenzenden Ödnis auf die Suche nach dem besagten Stollen. Nur einige Minuten später begegnete sie Philarmon, den ebenfalls die Gerüchte hierher verschlagen hatten. Auch wenn sie seinen Namen nicht kannte, hatte sie doch schon in der Bank zu Britain das ein oder andere Wort mit ihm gewechselt und so war sie schnell bereit, die weitere Suche gemeinsam mit ihm zu bestreiten.

Lange sollte diese Suche nicht dauern. Nachdem sie die Wüste gen Süden durchquert hatten, standen sie unvermittelt vor einem Zwerg, der einen Stollen bewachte, der in die massive Felswand hineinführte. Diesem Stollen folgend gelangten sie in altertümliche Tunnel, die jeder Beschreibung spotteten. Heller und grüner Marmor, seltsame Apparaturen mit edelsteinernen Knöpfen, alchimistische Symbole auf einzelnen Bodenplatten... Kein Wunder, dass sie in der Taverne keine zutreffende Beschreibung erhalten hatte - einen solchen Ort sah sie auf Cimmeria zum ersten Mal und sie hatte wahrlich schon Vieles gesehen.

In diesem ersten Segment des Tunnels hatten die Zwerge offensichtlich eine Art Stützpunkt eingerichtet. Da sie an den üblicherweise langwierigen Erklärungen der Zwerge, sobald es um Gesteinsarbeiten ging, nicht im Geringsten interessiert waren, eilten sie weiter und kaum waren sie um die Ecke gebogen, standen sie vor dem ersten Monster, offensichtlich einer zum Leben erwachten Maschine, auch wenn Alanna keinen Zweck erkennen konnte, dem diese Maschine jemals gedient haben mag.
Mühsam kämpften Philarmon und Alanna diese seltsame Kreatur nieder bis diese in einer kleinen Rauchexplosion entschwand ... um nur ein Augenzwinkern später wieder offensichtlich unversehrt vor ihnen zu erscheinen. Verbissen zogen sie erneut die Waffen und als das Monster dieses Mal vernichtend getroffen wurde, blieb es glücklicherweise reglos liegen. Vorsichtig untersuchte Alanna die Kreatur und fand etwas, das am ehesten einem kleinen funkelndem Flakon ähnelte, allerdings von Energie pulsierte und sich seltsam kalt anfühlte. Sie zeigte Philarmon ihren Fund, aber auch der konnte nichts damit anfangen.

Nachdem kein unmittelbarer weiterer Angriff erfolgte, wagten sie sich einige Schritte weiter in die Tunnel und wieder stürmte eine Maschine auf sie zu, begleitet von einer beinahe menschlichen Gestalt, gehüllt in eine dunkle Robe. Ein harter Kampf folgte und wie bei ihrem ersten Gegner verpufften auch diese beiden zunächst in einer Rauchwolke, um ihnen dann erneut die Stirn zu bieten. Völlig erschöpft fanden sie auch bei diesen Gegnern die seltsamen Energiequellen.
Weiteren Kämpfen aus dem Weg gehend versuchten sie die Gewölbe zu erkunden, nur um aus Versehen auf eine verzauberte Bodenplatte zu treten, die sie in einen ganz anderen Raum teleportierte. Hier erwarteten sie zwei Maschinen, größer als jene, gegen die sie bisher gekämpft hat. Eilig wollten sie flüchten, nur um irgendwo einen verborgenen Mechanismus auszulösen, der einen gleißenden Blitz abfeuerte und sie an den Abgrund des Todes brachte. Kaum noch bei Sinnen mag es nur die Gnade der Götter gewesen sein, die sie aus der Gefahrenzone brachte und in einen weiteren Raum, der von geradezu knisternder Spannung erfüllt war. Kurz bevor Alanna und Philarmon die Bodenplatte betraten, die wie jene aussah, die sie hergebracht hatte und so hoffentlich den Rückweg darstellte, erhaschte Alanna noch einen Blick auf einen exponierten blauen Amboss.

Es wirbelte Alanna und Philarmon erneut durch den Äther und sie landeten auf der Spitze eines Steinkegels, den sie unsanft herabpurzelten. Keine Zeit vergeudend rappelten sie sich auf und stürmten davon.

Sie waren weit außerhalb der Tunnel ausgekommen, ein ganzes Stück westlich von dem Punkt, wo der zwergische Stollen begann, vor dem sie sich nun erschöpft auf den Boden fallen ließen.
"Nie wieder", stieß Alanna aus.
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